Immer Härter: Das Geschäft der Geldeintreiber

INKO Inkasso GmbH Linz Helga Ratz Manfred Ratz


Wenn auch die Insolvenzen im ersten Quartal 2017 in der Steiermark zurückgingen, ist es mit der Zahlungsmoral nach wie vor nicht gut bestellt. Eine ertragreiche Branche, die so manchen Geldeintreibern sogar 50 Euro für Kaffee wert ist. Über weitere Methoden ging bereits der VKI auftrags des Sozialministeriums erfolgreich mit Klage vor. Dennoch, es bleibt ein schaler Nachgeschmack beim Kleingedruckten.

Am Beispiel von INKO Inkasso GmbH aus Linz wird deutlich wie mit Schuldner psychologisch gerne verfahren wird. Bis hin zur vor prozessualen Gehaltspfändung kann ein Schuldner so ziemlich alles über sich ergehen lassen. Für Psychologe Rolph Wegensheit ein ausgeklügeltes Kalkül „Natürlich erweichen Zeilen wie von INKO Inkasso sensible Alleinerzieherinnen, die froh sind wenn sie wenigstens ein paar Euro pro Monat abstottern können, da sie ohnehin in der Schuldenfalle gefangen sind.“

In eine ähnliche Kerbe schlägt Enthüllungsjournalist Stephan Pfeifhofer. Der pfundige Nordtiroler erklärt seit Jahren den Methoden von Inkassobüros den Kampf. Das Handelsgericht Wien erließ auf sein Einschreiten hin bereits eine Einstweilige Verfügung im Fall dubiosen Datenhandels mit CRIF und BISNODE „Das ist es ja was mich auf die Palme bringt. Genau mit diesen Drohungen überlegen zahlreiche Schuldner ob sie nicht doch zahlen, bevor ihre Daten am Schuldnerpranger landen. Oft nicht berechtigte Forderungen werden so durch die Vorgehensweisen von Inkassobüros legitimiert“.

Aktuell in die Hand fiel dem 40-jährigen ein penibel erarbeiteter Passus von INKO Inkasso GmbH. Deren Inhaber Direktor KR Manfred Ratz ist Gründungsmitglied und Ehrenpräsident im IVÖ (Inkassoverband Österreich). „Da steht wirklich man könne sein Gehalt an das Inkassobüro verpfänden“, ist Pfeifhofer über die obskure Vorgehensweise sichtlich brüskiert.

Der Verein für Konsumenteninformation (kurz VKI) klagte bereits erfolgreich gegen solche Formulierungen von INKO Inkasso. Demnach stünde auch eine Ratenzahlungsvereinbarung mit dem Inkassobüro unter gesetzlichen Schutz.

Das von Helga und Manfred Ratz in Linz und Wien etablierte INKO Inkasso GmbH geriet bereits 2011 in die Schlagzeilen. Einer 16-jährigen brummte INKO Inkasso auftrags der ÖBB satte 75 Euro auf. Für Enthüllungsjournalist Stephan Pfeifhofer grenzt dieses Vorgehen an Wahnsinn „Inkassobüros überprüfen keine einzige der ihr übergebenen Forderungen auf Rechtmäßigkeit. Im Vordergrund steht das Einheben von Gebühren und Forderungen ohne Rücksicht auf Verluste“.

Im konkreten Fall wurde die 16-jährige erst von einem ÖBB-Security eingeschüchert, dann folgte prompt Post vom Inkassobüro Inko. Der 16-jährigen lastete man Rauchen am Bahnsteig an, obwohl sich die Schülerin neben einem Aschenbecher aufhielt. Rund 40 Euro war der Staatsbahn dieser Tumult wert, und der Rest? Tantiemen für INKO Inkasso aus Linz.

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