454 Polizisten räumen mit Staatenbund Österreich auf


Das Geschäftsmodell „Staatenbund Österreich“ dürfte sich für die selbsternannte Präsidentin Monika Unger am Ende doch nicht gelohnt haben. Am Donnerstag klickten für die gescheiterte Vermögensberaterin die Handschellen. Nun soll U-Haft gegen sie und weitere zwei Dutzend Köpfe der sogenannten Staatsverweigerer verhängt werden.

Die Latte jener Gesetzeswidrigkeiten die ihr vom Grazer Staatsanwalt vorgeworfen wird, wiegt gegen Monika Unger schwer. Mit besonders trickreichen Geschäftsideen holte Monika Unger und weitere 26 Verdächtigte – es gilt die Unschuldsvermutung – Gutgläubigen das Geld aus der Tasche. Schnell mussten für ein paar Dienstbarkeiten mehrere Hundert Euro auf den Tisch gelegt werden. Kassiert wurde stets bar bei Vorträgen quer durch Österreich.

Selbst gebastelte Urkunden sollten das Fantasie-Konstrukt von Monika Unger glaubhaft machen

Selbst gebastelte Urkunden sollten das Fantasie-Konstrukt von Monika Unger glaubhaft machen

Urkunden und Bargeld beschlagnahmte jetzt die mit den Ermittlungen betraute Staatsanwaltschaft Graz reihenweise. Auslöser für die Festnahmewelle dürfte aber das von Monika Unger für 21. April geplante „Völkerrechtsgericht“ im Schwurgerichtssaal vom Landesgericht für Strafsachen Graz sein – wir berichteten.

Dennoch wiegen die Anschuldigungen der Strafverfolgungsbehörde schwer. Von gewerbsmäßigen Betrug bis Widerstand gegen die Staatsgewalt oder Amtsanmaßung reicht das Portfolio quasi quer durch das Strafgesetzbuch, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz erläutert. Selbst vor gefährlichen Drohungen oder Nötigung schreckt Monika Unger und ihre Anhängerschaft nicht zurück.

Leichtgläubigen verspricht Monika Unger Österreich sei eine Firma und die in Österreich ansässige Gerichtsbarkeit nichtssagend. Das heißt man brauche keine Angst haben wenn der Gerichtsvollzieher dreimal klingelt, und überhaupt, man sei von Steuerpflichten befreit.

Satte 454 Polizisten und das Sondereinsatzkommando Cobra sicherten den ordnungsgemäßen Ablauf von Festnahmen in allen Bundesländern. Dem vorausgegangen waren unzählige Hausdurchsuchungen, und wurden drei „Staatenbund Österreich“ Mitglieder für Einvernahmen mitgenommen, wie aus dem Innenministerium erklärt wird.

 

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